Donnerstag: Wannagrat /Schulter vom Einshorn 2’430m:
Die Verhältnisse machten es Kusi nicht leicht, geeignete Touren für die kommenden Tage zu finden: südseitig kein Schnee bis auf fast 2’000m und dazu der schlechte Schneedeckenaufbau im Bündnerland.
Am ersten Tag konnten wir nach der Anreise direkt von Nufenen (1’560m) mit den Ski auf der anderen Talseite starten. Nach dem steilen unteren Teil erwarteten uns weiter oben schöne weite Hänge. Von der Gratschulter konnten wir bei Sonnenschein ein mögliches Tourenziel für den nächsten Tag begutachten und danach beim Apero den sonnigen Nachmittag geniessen.
Freitag: Chilchalphorn 3’039m:
Trotz der Erkenntnis, dass wir die Ski zunächst tragen müssen, hat sich der Vorschlag von Markus – das Chilchalphorn von Hinterrhein – sehr bewährt. Es sollte der schönste Tag werden, somit wollten wir eine längere Tour machen. Im Süden hingen viele Wolken, so dass wir unser Ziel nicht immer gesehen haben und die Navigation durch das coupierte Gelände nicht ganz einfach war. Vom Gipfel konnten wir bis in die Berner Alpen sehen, und die Abfahrt, zunächst in der Sonne, war fast durchweg schön zu fahren mit Pulver und Sulz. Überraschenderweise fanden sich immer wieder genügend Schneereste, so dass die Tragepassage in der Abfahrt nur kurz war und alle glücklich und zufrieden wieder bei den Autos ankamen.
Schlechtwetterprogramm am Samstag
Nach einem gemütlichen Frühstücken folgte für die einen ein Dorfrundgang und Einkaufen von lokalen Spezialitäten während andere lieber noch etwas länger schliefen. Zwei Personen zogen dann das Thermalbad in Andeer einer Skitour bei schlechtem Wetter vor.
Eine Vierergruppe folgte der Skitourenroute über Windigstafel bis zur Tanatzhöhi im Skigebiet von Splügen, als Ziel war das Pistenrestaurant bestimmt worden. Der nasse Schnee blieb nicht nur auf den Kleidern liegen, er klebte sich auch an den Fellen fest….Die Abfahrt verlief teilweise auf und teilweise nahe der Piste in nassem Schnee und führte die Skifahrer rasch zum Auto zurück.
Gemeinsamer Treffpunkt war dann die Speluca (Brauerein und Genusshotel) in Splügen, wo die Details des Nachtessens geplant wurden: Eine Tourenteilnehmerin hatte uns in ihr Domizil in Nufenen zum Fondueessen eingeladen. Vielen Dank nochmals für die Gastfreundschaft! Beim Spiel «Hitster» testeten wir unser Wissen über aktuelle und vergangene Hits. Der Abend verging sehr schnell und somit war auch dieser Schlechtwettertag sinnvoll genutzt worden.
Letzter Tag
Über Nacht fielen in Nufenen grosse Mengen Neuschnee. Am Morgen präsentierte sich die Landschaft und unsere Autos tief verschneit. Aufgrund der heiklen Lawinensituation entschieden wir uns, in der Nähe des Hotels zu bleiben und die sicheren Hänge direkt dahinter zu nutzen.
Von Beginn an war klar, dass die Spurarbeit im knietiefen Schnee zur echten Teamaufgabe werden würde. In regelmässigen Abständen wechselten wir uns ab, sodass jeder einen Teil zur anstrengenden Spurarbeit beitragen konnte.
Je höher wir stiegen, desto deutlicher zeigte sich, dass die Schneemassen und die Anzeichen auf mögliche Gefahren einen Aufstieg bis in den Sattel nicht zuliessen. Nach rund 600 Höhenmetern entschieden wir gemeinsam, umzudrehen – eine Entscheidung, die sowohl sicherheitsbewusst als auch stimmungsvoll war, denn die verschneite Umgebung bot trotz der eingeschränkten Verhältnisse ein schönes Naturerlebnis.
Die Abfahrt forderte uns nochmals richtig: Der nasse, schwere Schnee verlangte volle Konzentration, bot aber gleichzeitig jede Menge Spass und so manches Lachen im tiefen Schnee. Gegen Mittag erreichten wir wieder das Hotel, wo wir den letzten Tourentag gemütlich bei einem gemeinsamen Getränk ausklingen liessen, bevor wir die Heimreise antraten.
Ein grosses Dankeschön an Kusi für die hervorragende Organisation dieser abwechslungsreichen und gelungenen Tourentage – von eindrucksvollen Landschaften über spannende Routen bis hin zu sicheren Entscheidungen war alles dabei, was gute Skitourentage ausmacht.
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