GTU « Grenztour Uri» Teil vier

Detailinformationen

Datum: Mo, 06. Jul. 2026
Gruppe: Sektion
Aktivität: Wandern
Schwierigkeit: T3
Leitung: Hans Berger
Tourauschreibung:
Disentis auf den Rophaien (GTU)

GTU « Grenztour Uri» Teil vier

Tourenbericht

GTU « Grenztour Uri» Teil vier vom 6.-11. Juli 2026

Hans Berger, Bergführer

Mo.06.07. Voller Spannung nehmen wir die vierte Woche unserer GTU von Disentis nach Flüelen, immer in Grenznähe, in Angriff. Zu sechst lassen wir uns mit der Gondelbahn und dem Sessellift von Disentis nach Caischavedra 1862m hochtragen. In stetigem Auf und Ab stehen wir nach etwas mehr als einer Stunde am Lag Serein, wo die Markierungen auf «weiss- blau» wechseln. Auf den letzten Metern zum Brunnipass 2720m müssen wir auch mal die Hände zu Hilfe nehmen. Der Abstieg und Übergang zur Cavardirashütte 2649m weist durch den Gletscherrückgang viel loses Geröll auf und erfordert vorsichtiges Gehen. 6,8km 780+320-

Di. 07.07. Im ersten Teil des heutigen Tages bewegen wir uns fast nur talabwärts durch das malerische Brunnital. Im urgemütlichen Berghüttli in Hinterbalm werden wir mit einer köstlichen Suppe verwöhnt. Nun folgen wir dem «weiss-blauen» Weg, der uns durch die steilen Flanken des Gross Düssi leitet. Die kurzen Fixseile benutzen wir dankend. Der Schlusshang zur Hüfihütte 2335m treibt den Schweiss nicht nur auf die Stirn… Vom Hüttenwart werden wir herzlich mit einem Willkommensgetränk überrascht. Später berichtet er mir, dass er als Gast auf Salbit war und sich dort geschworen hat, dass wenn er einmal Hüttenwart werde, diese Willkommensgeste übernehmen wird. Den lauwarmen Abend geniessen wir auf der Hüttenterrasse, von wo aus wir den Steinböcken zuschauen können. 12,8km 950+1250-

Mi.08.07. Im Wissen, dass der heutige Tag lange und anstrengend wird, starten wir bei Tagesanbruch kurz nach 5 Uhr. Nach einer Stunde seilen wir uns für das Begehen des Gletschers an. Auch über Nacht ist der Schnee nicht gefroren und das Spuren erfordert viel Kraft. Wegen der grossen Wärme verzichten wir auf die Überschreitung des Clariden und steuern direkt auf das Chammlijoch 2996m zu. Vom Iswändli ist nichts mehr zu sehen. Der Abstieg zum Klausenpass zieht sich in die Länge und wir sind froh, schlussendlich auf der Terrasse des Hotels 1834m mit einem kalten Getränk auf die eindrückliche Gletschertour anstossen zu können.

Do.09.07. Welch ein Service und Vertrauen des Hotel Teams! Für die andern Hotelgäste ist das Frühstück auf 7 Uhr angesetzt- uns jedoch erklärte das freundliche Personal am Vorabend, wie wir die Kaffeemaschine bedienen können und welchem Kühlschrank wir den extra für uns vorbereiteten feinen «Zmorge» entnehmen dürfen. Auf dem ersten Kilometer marschieren wir parallel zur Strasse und geniessen es, dass noch keine lärmenden Fahrzeuge unterwegs sind. Während einer Stunde begehen wir den Schächentaler Höhenweg. Unterhalb von Mettlen verlassen wir diesen und steigen die steilen Hänge mit spärlichen Wegspuren in Richtung Alpler Tor 2448m. Welch grandiose Aussicht! Immer wieder ziehen uns die lotrechten Felswände, teils sogar mit Borhacken bespickt, in ihren Bann. Ohne Wegspuren queren wir unterhalb des Alpler Torstocks zum Berglifirst. Wir sind froh, dass wir beim Tritt wieder auf Wegspuren stossen und diese nun bis zum Grätli verfolgen können. Der Aufstieg auf den Gipfel des Gamperstocks 2275m ist eine herrliche Zugabe. Alle mussten wir auf dem steilen Abstieg bis ins Ratzi etwas «beissen». Auch hier werden wir freundlich empfangen und bestens um- und versorgt. 17,2km 1030+1340-

Fr.10.07. Nach einer Stunde stehen wir am Chinzig Chulm. Bald schon wechselt die Markierungsfarbe wieder auf «weiss blau». Steil und rutschig ist der Hang zur Rossstocklücke (2288) und danach teilweise ausgesetzt zum Gipfel des Fulen 2491m. Welch eine Aussicht! Vor allem die Nordwände des Ruchen und der Gross Windgällen könnten sicher einiges von ihren Begehern erzählen. Schon früher holten sich dort gute Schächentaler Kletterer das Können, um die Eigernordwand zu begehen. Bei uns geht es doch etwas gemütlicher zu: über das Spilauer Grätli erreichen wir bald den gleichnamigen See. Welch ein Vergnügen, uns im klaren Bergwasser abzukühlen und zu schwimmen! Christina nimmt noch den Gegenanstieg zur Alpwirtschaft unter die müden Füsse und verwöhnt uns mit unserem Wunschgetränk! Danke viel Mal! Spätestens auf der Lidernenhütte holt uns die «Zivilisation» wieder ein, es ist ganz viel los und es bedarf einiger Überzeugung, das Frühstück bereits beim Morgengrauen zu erhalten, das klappt schlussendlich aber wunderbar. 11,6km 980+760-

Sa.11.07. Bei Gitschen verlassen wir den markierten Weg und begehen die Abkürzung am Fusse des Hälmisbiel Felsen. Über Firtiggrätli erreichen wir bald den luftigen Grat zum Rophaien 2078m. Bei den vorherrschenden trockenen Bedingungen ein Genuss mit eindrücklichen Tiefblicken ins Urnerland und auf den Vierwaldstättersee. Vom Gipfel aus haben wir einen guten Ausblick hinüber zu unserem Startort Seelisberg, von welchem aus wir vor vier Jahren die GTU begonnen haben. 24 Tage immer möglichst nah der Urner Grenze entlang. Etwas ist schon dran, an der Aussage eines Bekannten: Befände sich die Tour im Ausland oder gar auf einem anderen Erdteil, müssten wir sofort hinfliegen und kämen mit einem unglaublichen Erlebnis zurück. Abstieg nach Franzen und weiter zum Eggbergbähnli.
Danke an alle, die mich während der vergangenen vier Jahre auf dieser Tour begleitet haben.


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